Samstag, 12. Dezember 2015

Die Amische Sprache: Pennsilfaanisch Deitsch

Mehr als 350.000 Menschen in den USA sprechen Pennsilfaanisch Deitsch, die auf pfälzischen Dialekten aufbauende amische Sprache.

Wer einmal Gelegenheit hat, einem Gespräch von Amischen oder Mennoniten zuzuhören, z.B. während einer Zugfahrt, wird wahrscheinlich kaum etwas verstehen. Am ehesten wird man wohl einige der vielen englischen Lehnwörter heraushören, z.B. wenn jemand sagt „ich hab gefarmt“. Ein Gespräch ist schwierig, da nur wenige Amische und Mennoniten Hochdeutsch beherrschen.

Pennsilfaanisch Deitsche Zeitung
Die meisten Sprecher leben in Pennsylvania, Ohio und Indiana. Aber auch in 25 anderen Bundesstaaten kann man Pennsilfaanisch Deitsch (englisch: Pennsylvania Dutch) hören. Im Gegensatz zu einigen Regionalsprachen in Deutschland ist diese Sprache nicht vom Aussterben bedroht, da die Amischen viele Kinder haben.

Die Amischen haben eine lange Geschichte in Amerika. Sie spalteten sich unter der Führung von Jacob Ammann ab 1693 in der Schweiz und in Süddeutschland von den Mennoniten ab und ihre Auswanderung nach Amerika war bereits um 1770 abgeschlossen. Viele der Mennoniten siedelten dagegen erst in Russland und wanderten in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts ebenfalls nach Amerika aus.

Viele Amische betreiben Landwirtschaft mit Pferden und verzichten je nach Gruppierung auf Auto, Telefon und Fernsehen, erzeugen aber mitunter eigenen elektrischen Strom, z.B. mit Solarzellen. Ihre Kleidung ist einfach gehalten. Konservative Mennoniten und Amische weisen in der Lebensweise viele Gemeinsamkeiten auf und werden von Außenstehenden leicht verwechselt. Insgesamt sind Mennoniten allerdings der modernen Technik weniger abgewandt und nutzen Autos und Traktoren sowie das Stromnetz.

Übrigens: Sowohl „Amische“ als auch der englische Begriff „Amish“ werden mit einem langen deutschen "A" ausgesprochen.

Donnerstag, 26. November 2015

Tipps zum Leute kennenlernen in den USA

Wer gerade in den USA angekommen ist, wird zunächst einmal durch die Arbeit oder das Studium und möglichwerweise als Mitglied einer Glaubensgemeinschaft neue Leute kennenlernen. Darüber hinaus gibt es jedoch noch eine ganze Reihe anderer Möglichkeiten, viele neue Bekanntschaften zu schließen:

Bei www.meetup.com kann man Leute mit gleichen Interessen finden, die sich auf lokaler Ebene in entsprechenden Gruppen treffen. Da ist eigentlich alles dabei, was man sich so vorstellen kann, von den verschiedensten Hobbies bis zur Politik, insbesondere wenn gerade Wahlkampf ist. Da gibt es dann an jedem Ort zahllose Freiwillige, die sich für die jeweiligen Kandidaten ins Zeug legen. Die Bekanntschaften und Freundschaften, die man so schließt, überdauern nicht selten das Ende des Wahlkampfes. Überhaupt ist Freiwilligenarbeit eine gute Möglichkeit, neue Leute kennen zu lernen. Bei www.volunteermatch.org kann man etwas Passendes finden.

Der Besuch von Kursen am Community College könnte dazu dienen, die eigenen (Sprach- und andere) Kenntnisse zu verbessern und zugleich Bekanntschaften zu schließen. Wer Sport treibt, findet in den USA ebenfalls schnell Gleichgesinnte.

Selbstverständlich: Das Anlegen einer Facebook-Seite eignet sich hervorragend, mit den ganzen neuen Bekannten und Freunden in Kontakt zu bleiben. Da wird man dann immer wieder mal zu einer Party, einem Barbecue oder einer Veranstaltung eingeladen, wo man dann noch mehr Leute kennen lernt. Irgendwann sollte man dann natürlich auch selbst einmal etwas organisieren.

Bitte beachten Sie, dass Amerikaner zwar sehr nett sind, aber oft ein wenig länger brauchen, um echte und dauerhafte Freundschaften zu entwickeln. Bringen Sie also etwas Geduld mit. Andererseits ist die Aufgeschlossenheit und das freundliche Interesse gegenüber Ausländern wirklich beispielhaft. Die USA sind bekanntlich eine Nation aus Einwanderern. Amerikaner werden Ihnen in der Regel sofort erzählen, aus welchen Ländern ihre Vorfahren in die USA kamen.

Falls Sie Kinder haben, ist es wichtig, dass diese ihre Schulfreunde mit nach Hause bringen können. Amerikanische Kinder und Jugendliche verbringen viel Zeit in den Häusern ihrer Klassenkameraden und Freunde. Halten Sie auch Ausschau nach sportlichen Betätigungen für Ihre Kinder. Insbesondere durch die Teilnahme an Mannschaftssportarten können diese leicht neue Freunde finden. Mädchen spielen in den USA übrigens genauso viel Fußball wie Jungen. Für Kleinkinder lassen sich oft Spielnachmittage (play dates) organisieren und damit nebenbei auch Freundschaften mit anderen Eltern schließen. Auf www.mamapedia.com können Sie Kontakt zu anderen Eltern in Ihrer Gegend herstellen.

Aus: Alltag in Amerika. Leben und arbeiten in den USA

Montag, 16. November 2015

Was und wann ist Black Friday?

Black Friday ist der Tag nach Thanksgiving. Dieses Jahr ist das der 27. November. An diesem Tag geht der Kaufrausch für Weihnachten in den USA so richtig los und die meisten Geschäfte haben sogenannte "Black Friday Sales" mit attraktiven Sonderangeboten.

Black Friday gilt als der Tag mit den höchsten Umsätzen im Handel und viele Geschäfte begannen (historisch gesehen) an diesem Tag des Jahres schwarze Zahlen zu schreiben, daher wahrscheinlich der Name "Black Friday". Manche Geschäfte in den USA machen an diesem Tag schon um Mitternacht auf und wenn besonders attraktive Sonderangebote angekündigt sind, warten manche Kunden den ganzen Abend lang vor den Geschäften.

Amerikanische Unternehmen wie Amazon versuchen, diesen Tag auch in Deutschland zu etablieren. Was haltet ihr davon?

Samstag, 14. November 2015

Viele Millennials in den USA denken ans Auswandern

Ist es ein Merkmal der Globalisierung und einer mobilen, weltoffenen Generation oder ist es ein Zeichen der Unzufriedenheit mit den gesellschaftlichen Verhältnissen in den USA, dass 55% der sogenannten Millennials, also der Amerikaner im Alter zwischen 18 und 34, darüber nachdenken, langfristig ins Ausland zu gehen? Das jedenfalls besagt eine Umfrage im Auftrag des internationalen Geldtransfer-Services TransferWise.

Die Faktoren, die Millennials dagegen zum Bleiben in den USA bewegen würden, sind: eine Gesundheitsversorgung, die man sich leisten kann (55%), niedrigere Steuern (51%) und ein besseres (gemeint ist: weniger teures) Bildungssystem (48%).

Die finanzielle Situation vieler Millennials ist in der Tat nicht gut. Laut einer aktuellen Analyse von Pew Research leben 26% der Millennials bei ihren Eltern und insgesamt 48% teilen ihren Wohnraum entweder mit ihren Eltern oder anderen Erwachsenen, die nicht ihre Lebenspartner sind. Ein Grund dafür ist die hohe Verschuldung durch Studiengebühren. Laut einer Umfrage von Bankrate verschieben 56% der Millenials wichtige Lebensschritte, wie Heirat und Hauskauf, aufgrund ihrer Schulden.

Muss Deutschland jetzt also auch noch mit einem Ansturm von jungen Amerikanern rechnen? Kaum, denn nur 14% wollen innerhalb der nächsten fünf Jahre weg. Wohl auch aus finanziellen Gründen, denn zum Auswandern braucht man ebenfalls Geld.

Dienstag, 6. Oktober 2015

Leseprobe: Auswanderer-Krimi "Hoffnung ist ein weites Feld"

Hier ist der Anfang meines Auswanderer-Krimis "Hoffnung ist ein weites Feld":

Tod

Heiligabend 1881. Himmelsfeld, Nord-Dakota

Hans Sievers stürmte die Außentreppe an der Rückseite des Hauses hinauf. Hierher waren die Flammen noch nicht gelangt. Er rutschte auf den schneebedeckten Stufen aus, fing sich wieder und erreichte mit Müh und Not die Tür zur Wohnung über dem Laden. Als er sie öffnete, schlug ihm starker Rauch entgegen.
Er rief mehrmals den Namen seines Onkels. Keine Antwort.
Halb gebückt, einen Arm schützend vor dem Gesicht, wagte er sich hinein in den rabenschwarzen, verqualmten Gang. Weit kam er nicht: Er stolperte und stürzte.
Nach einem Moment der Besinnung tastete er nach dem Hindernis am Boden. Er erschrak heftig, als seine Hände zuerst eine Nase und dann einen Mund mit Bart berührten.
Hans rang nach Luft. Er kroch um den leblosen Körper herum, hob ihn an den Schultern ein wenig an, griff ihm von hinten unter die Arme und zog ihn mit letzter Kraft in Richtung Tür. Als er sie schließlich erreicht hatte und ihm das Schneegestöber in den Nacken peitschte, sank er erschöpft auf dem Treppenabsatz auf die Knie.
Der Onkel begann röchelnd nach der kalten Luft zu schnappen. Sein weißes Hemd war über dem Bauch blutgetränkt. Die großen Schneeflocken, die darauf landeten, färbten sich in Sekundenschnelle rot. Er flüsterte etwas. Hans beugte sich dicht an den Mund des Verletzten, aber er verstand nur Bruchstücke:
»Clara ... das Kind ... du musst ...«
Dann nichts mehr. Kein Flüstern, kein Röcheln. Nur das Geräusch des Windes, der den Schnee gegen die Hauswand trieb.
Hans richtete sich auf. Sein Onkel lag tot vor ihm, den Kopf leicht zur Seite gerollt und die Augen weit aufgerissen. Weiter lesen ...

Freitag, 21. August 2015

Was ist Jaywalking?

Respekt vor der Fußgängerampel, so wie man ihn in Deutschland noch oft beobachten kann, ist den Amerikanern weitgehend fremd.

Wenn kein Auto kommt, wird über die Straße gegangen, ganz gleich, was die Ampel anzeigt. Dieses illegale Überqueren der Straße wird jaywalking genannt und wird von Menschen aller Altersgruppen ohne Gewissensbisse oder Ermahnungen praktiziert. Eine Ausnahme bilden Eltern, die mit ihren kleinen Kindern unterwegs sind und natürlich kein schlechtes Beispiel abgeben wollen.

Das Wort jaywalking entstand um 1910. Das Wort jay bedeutete seinerzeit so viel wie "Dorftrottel". Stadtbewohner meinten, dass nur so eine solche Person ahnungslos über die Straße gehen würde. Eine Gegenbewegung, trottelige Autofahrer jay drivers zu nennen, schlug allerdings fehl. Leider, denn als Fußgänger sollte man auch heute noch selbst beim gesetzmäßigen Überqueren der Straße auf der Hut vor abbiegenden Autos sein. Nicht selten hat man den Eindruck, dass amerikanische Autofahrer noch immer nicht begreifen, dass auch Fußgänger Rechte haben.

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Dienstag, 4. August 2015

Gesunde Lebensmittel aus dem Genossenschaftsladen

Die meisten Lebensmittelmärkte in den USA sind gigantisch und in ihnen gibt es fast immer nur die gleichen Produkte aus der Massenproduktion. Eine nette Alternative zu diesem Einheitsbrei bieten kleine Lebensmittelgeschäfte in Genossenschaftsbesitz.

Seit den frühen 1970er Jahren wurden in zahlreichen amerikanischen Städten food cooperatives gegründet. Die Erzeugnisse, die man dort kaufen kann, kommen zumeist von Bauern aus der Region bzw. von kleinen, unabhängigen Herstellern. Besonders Vegetarier und Veganer finden in den kleinen Läden ein gutes Angebot an Lebensmitteln und viele Waren tragen das Bio-Siegel USDA Organic. Oft gibt es in der coop auch hervorragendes Brot aus einer Genossenschaftsbäckerei.

Geld sparen kann man beim Einkauf in der coop jedoch nicht, denn die Preise für die meisten Produkte sind höher als im Supermarkt. Die meisten Kunden gehen vielmehr aus der Überzeugung in die coop, dass sie dort gesündere Lebensmittel bekommen und dass ihr Geld nicht in die Kassen der großen Lebensmittelkonzerne fließt.

Wer Mitglied einer coop werden möchte, erwirbt einen Anteil an der Genossenschaft. In fast allen coops kann man aber auch einkaufen, ohne Mitglied zu sein. Mitglieder erhalten allerdings in der Regel am Jahresende etwas Geld zurück, denn die coops müssen ihren Gewinn entweder ausschütten oder in das Geschäft investieren. Einige coops gewähren ihren Mitgliedern auch einen Preisnachlass. Dieser ist aber oft daran gebunden, dass man unentgeltlich ein paar Stunden in der Woche im Laden aushilft. Der Großteil der Arbeit wird trotzdem von fest angestellten Mitarbeitern verrichtet.

Sonntag, 12. Juli 2015

Dirt Roads - Unbefestigte Straßen in den USA

Das Straßennetz der USA beträgt ca. 4 Millionen Meilen und rund ein Drittel davon haben eine Fahrbahnoberfläche, die aus festgefahrenem Sand oder Schotter besteht.

Die meistbefahrenen Straßen sind natürlich durch Asphalt oder Beton befestigt, aber Landstraßen, die in der Regel nur von ihren Anwohnern befahren werden, sind oft sogenannte dirt roads. Aber auch innerhalb von Städten kann man diese mitunter noch finden.

Um 1900 waren so gut wie alle Straßen in den USA unbefestigt und die Bürgersteige bestanden zumeist aus Holzplanken, damit die Menschen auf nassen Straßen nicht durch den Schlamm laufen mussten. Kopfsteinpflaster hat in den USA Seltenheitswert, man findet es zumeist nur in älteren Großstädten wie Boston, Chicago oder New Orleans.

In der Regel sind dirt roads heutzutage recht gut instand gehalten, man sollte aber trotzdem die Augen nach Schlaglöchern offen halten. Nach Regen oder Schneefall kann es zudem auch recht rutschig werden und wenn man sich die Fahrzeuge nach einer Fahrt auf schlammiger Straße ansieht, macht das Wort dirt (Schmutz) tatsächlich Sinn. Wer täglich auf derartigen Straßen fahren muss, kauft sich daher früher oder später einen Geländewagen oder einen Pickup Truck mit Allrad-Antrieb.

Montag, 6. Juli 2015

Campus Police - Freunde und Helfer im Universitätsdienst

Viele Universitäten und Colleges in den USA unterhalten eine eigene Polizeitruppe, die Campus Police, die für Sicherheit auf dem oft weitläufigen Gelände der jeweiligen Hochschule und in deren unmittelbarer Umgebung sorgt.

Die Uni-Polizisten haben normalerweise die gleiche Ausbildung wie ihre Kollegen im öffentlichen Dienst absolviert, sind ebenfalls uniformiert und bewaffnet. Ihre Fahrzeuge unterscheiden sich nur durch Farbe und Aufschrift von den anderen Polizeiautos. Die Rechte der Campus Police unterscheiden sich je nach Bundesstaat, aber sie kann vielerorts auch außerhalb der Universität eingreifen, Strafzettel ausstellen und Verhaftungen vornehmen.

An manchen Orten ist die Campus Police besser ausgerüstet als die Polizei der jeweiligen Stadt, insbesondere wenn es sich um gutfinanzierte private Institutionen wie Harvard oder Yale handelt. Die Campus Police einiger Universitäten hat sogar Spezialeinsatzkommandos. In brenzligen Situationen, z.B. wenn es zu Amokläufen auf dem Hochschulgelände kommt, arbeiten die verschiedenen örtlichen Polizeikräfte in der Regel Seite an Seite.

Mittwoch, 24. Juni 2015

Amerikanische Redewendungen - Teil 20: nibbled to death by ducks

Diese Redewendung wird nicht in meinem neuen Buch Bessersprecher Englisch (US) stehen, da ich dort nur amerikanische Redewendungen vorstellen werde, die wirklich häufig im Alltag gebraucht werden.

Da mir diese Redewendung aber gefällt, an dieser Stelle einige Ausführungen:

Bereits im 17. Jahrhundert gab es die Redewendung „You might as well be nibbled to death by ducks as pecked to death by a hen.“ (Du kannst genauso gut von Enten zu Tode geknabbert als von einer Henne zu Tode gehackt werden.) Die kürzere Version wurde durch den Krimi-Bestseller „Nibbled to Death by Ducks“ von Robert Campbell aus dem Jahr 1989 populär gemacht und wird heute bevorzugt in der Wirtschaftsberichterstattung verwendet, wenn es darum geht, dass ein Unternehmen aus einer Vielzahl von Gründen langsam zugrunde geht. Alternativ kann man auch death by a thousand cuts (Tod durch tausend Schnitte) sagen.

Ein Anwendungsbeispiel:

Retailing is a notoriously competitive business and winners and losers can switch positions in a relatively short time. For the losers, the writing is often on the wall for a long time — see RadioShack for example — but the ultimate end is like being nibbled to death by ducks. (Der Einzelhandel ist notorisch konkurrenzbetont und Sieger und Verlierer können ihre Positionen in relativ kurzer Zeit tauschen. Für die Verlierer stehen die Zeichen oft seit Langem an der Wand, RadioShack ist ein Beispiel dafür, aber letzten Endes ist es ein Tod auf Raten.)

Dieses Anwendungsbeispiel habe ich hier gefunden: 247wallst.com

Buchtipp: Bessersprecher Englisch (US): 150 Redewendungen für ein ausdrucksstarkes Englisch

Freitag, 5. Juni 2015

Amerikanische Redewendungen - Teil 19: my two cents

Die Amerikaner übernahmen im 19. Jahrhundert die englische Redewendung my two pennies worth und wandelten sie leicht ab. Sie wird meistens in der kürzeren Version my two cents verwendet und bedeutet "meine bescheidene Meinung".

Mit ihr lässt sich eine Meinungsäußerung einleiten bzw. schließen und gegebenenfalls einen weniger konfrontierenden Ton geben, da my two cents eine Bescheidenheitsfloskel ist, die allerdings auch ironisch gebraucht werden kann.

Hier ist ein Anwendungsbeispiel:

I think we should let go of this client, but that’s just my two cents. (Ich denke, wir sollten diesen Kunden fallen lassen, aber das ist nur meine bescheidene Meinung.)

Wissenswert in diesem Zusammenhang ist, dass es in den USA von 1864 bis 1873 eine 2-Cent-Münze gab. Sie war die erste Münze mit der Aufschrift IN GOD WE TRUST (Auf Gott vertrauen wir), die seit 1938 auf allen US-Münzen steht. 1956 wurde In God We Trust zum offiziellen Motto der Vereinigten Staaten und ab 1957 deshalb auch auf Geldscheine gedruckt.

Eine Liste von Redewendungen mit Übersetzung gibt es hier: Amerikanische Redewendungen. Wem das nicht genug ist und wer etwas zur Herkunft und zur richtigen Anwendung erfahren will: Im Buch Bessersprecher Englisch (US): 150 Redewendungen für ein ausdrucksstarkes Englisch werden 150 Redewendungen, die oft im Alltag vorkommen, ganz ausführlich vorgestellt.

Mittwoch, 20. Mai 2015

Amerikanische Redewendungen - Teil 18: "over a barrel"

Die Redewendung over a barrel (wörtlich: über einem Fass; im übertragenen Sinne: hilflos ausgeliefert) tauchte in amerikanischen Zeitungen Ende der 1930er Jahre auf, könnte aber in der Umgangssprache schon länger verwendet worden sein. Sie bezieht sich auf eine Art der körperlichen Züchtigung, die mit Vorliebe in US-Gefängnissen praktiziert wurde: Gefangene wurden auf dem Bauch liegend in Längsrichtung auf einem Fass festgebunden und dann ausgepeitscht. Die Bestraften waren so der Züchtigung hilflos ausgeliefert.

Beispiel: They get you over a barrel. They have the money and the lawyers. (Du bist ihnen hilflos ausgeliefert. Die haben das Geld und die Anwälte.)

Buchtipp: Bessersprecher Englisch (US): 150 Redewendungen für ein ausdrucksstarkes Englisch

Sonntag, 26. April 2015

Eine Einführung in die Baseballregeln in 500 Worten

Der Besuch eines Baseball-Spiels gehört auf jeden Fall zu den 10 Dingen, die man als USA-Urlauber getan haben sollte. Die Kenntnis der Regeln trägt natürlich ganz wesentlich dazu bei, dass man dabei viel Spaß hat.

Hier nun also der Versuch, die Baseballregeln in 500 Worten zu erklären:

Das Spielfeld hat die Form eines Viertelkreises und besteht aus einem infield und einem outfield. Die geraden Kanten sind 90 bis 120 Meter lang und die gerundete Seite wird in Stadien durch die Zuschauerränge oder auf Sportplätzen durch einen Zaun abgegrenzt.

Das infield ist ein Quadrat mit einer Kantenlänge von ca. 27 Metern, an deren Ecken sich weiße Gummiplatten, die drei bases und die homeplate, befinden. In der Mitte ist ein kleiner Hügel (mound). Da das infield rautenförmig ins Spielfeld ragt, wird es auch diamond genannt. Das outfield, der Name sagt es, ist der Teil des Viertelkreises außerhalb des infield.

Das Spiel ist in neun Abschnitte (innings) eingeteilt, die jeweils aus zwei Hälften bestehen. Die Auswärtsmannschaft hat in der ersten Hälfte (top of the inning) das Schlagrecht, die Heimmannschaft in der zweiten Hälfte (bottom of the inning). Die Reihenfolge der schlagenden Spieler, die batting order, wird vom Trainer vor dem Spiel festgelegt und dem Schiedsrichter mitgeteilt.

Das Team mit Schlagrecht versucht zu punkten, indem seine Spieler die bases ablaufen. Jeder Spieler, der alle drei bases abläuft und es zurück zum Ausgangspunkt (homeplate) schafft, erzielt einen Punkt (run). Voraussetzung dafür ist, dass der batter, der Spieler des angreifenden Teams, der mit dem Schlagen an der Reihe ist, den Ball gut trifft. Dieser wird vom pitcher des verteidigenden Teams, der auf dem mound steht, geworfen.

Der pitcher versucht, den Ball in einer schwer berechenbaren Flugbahn zu werfen. Da der Ball vom catcher, seinem hinter dem gegnerischen batter hockenden Mitspieler, gefangen werden muss, zeigt der pitcher durch Geheimzeichen die geplante Wurfbahn an.

Die anderen Spieler des verteidigenden Teams stehen über das Spielfeld verteilt und versuchen den geschlagenen Ball unter Kontrolle zu bringen, um ein Punkten des Gegners zu verhindern. Je länger sie dazu brauchen, desto mehr Zeit haben die Spieler des angreifenden Teams, die bases abzulaufen und runs zu erzielen.

Nach dem Schlag wird der batter zum runner und muss versuchen, wenigstens zur ersten base zu kommen. Sollte es ihm gelingen den Ball in die Zuschauerränge zu schlagen und alle bases auf einmal abzulaufen, erzielt er einen homerun.

Meistens kommen die Spieler jedoch nur zur nächsten base. Wenn alles gut läuft, sind nach einigen Schlägen alle drei bases mit Spielern besetzt, d.h. die bases are loaded. Sollte nun ein guter Schlag gelingen, können es unter Umständen vier Spieler zum homeplate schaffen und punkten.

Wird der Ball jedoch vor Berühren des Bodens gefangen, ist der batter automatisch out. Wenn der Ball auf dem Boden landet, aufgehoben und zu einem Mitspieler geworfen wird, der mit einem Fuß auf einer base steht und den Ball fängt, bevor der runner dort ankommt, ist dieser ebenfalls out. Ein runner, der gerade keine Base berührt, ist auch out, wenn er von einem Feldspieler mit dem Ball oder mit dem Handschuh, in dem sich der Ball befindet, berührt wird. Sobald drei Spieler out sind, wird gewechselt.

Ziel des Spieles ist, mehr runs zu erzielen als der Gegner. Falls notwendig, werden zusätzliche innings gespielt, um das Spiel zu entscheiden.

Wer es lieber ausführlich hat, kann den 2.500 Worte langen Artikel bei Wikipedia lesen.

Donnerstag, 23. April 2015

Der König von Beaver Island

1844 wurde der Gründer der Mormonenkirche, Joseph Smith, zusammen mit seinem Bruder Hyrum ermordet und die Mehrheit der Mormonen akzeptierte Brigham Young als neues Kirchenoberhaupt. Dieser führte sie 1846/47 von Illinois nach Utah, wo sich noch heute das Zentrum der Mormonen befindet.

Eine kleine Gruppe scharte sich jedoch um den charismatischen Anwalt James Jesse Strang und zog mit ihm nach Wisconsin. Da es dort nicht genug Land gab und das Zusammenleben mit den nichtmormonischen Nachbarn problematisch war, beschloss Strang 1848 einen Umzug auf die im nördlichen Michigansee gelegene Insel Beaver Island, die zwölf Meilen lang und sechs Meilen breit ist. Dort krönte sich Strang 1850 zum König.

King James herrschte mit eiserner Faust über die Insel. Im Gegensatz zu Smith und Brigham war Strang anfangs kein Polygamist, hatte dann aber doch fünf Frauen und insgesamt zwölf Kinder. 1852 ließ er sich von seinen Anhängern ins Parlament von Michigan wählen.

Machtgierig wie King James war, hatte er natürlich auch Feinde, in erster Linie unter den früheren Bewohnern der Insel, hautsächlich Fischer irischer Herkunft, aber auch unter seinen eigenen Leuten. Am 16. Juni 1856 wurde Strang daher ermordet. Seine Mörder kamen ungestraft davon und die nun führerlosen Mormonen wurden von den Fischern gewaltsam von Beaver Island vertrieben.

Wer Beaver Island heute besucht, kann dort noch die von Strang gegründete Ortschaft St. James und die Druckerei der Mormonen (Old Mormon Print Shop) finden. Um nach Beaver Island zu kommen, fährt man gut zwei Stunden von Charlevoix (im Nordwesten Michigans) mit einer Fähre der Beaver Island Boat Company.

Zum Weiterlesen: Schönes Reiseziel: Die Großen Seen

Mittwoch, 15. April 2015

Höchstgeschwindigkeit in den USA

Die Höchstgeschwindigkeit auf amerikanischen Autobahnen unterscheidet sich je nach Bundesstaat. In den meisten Staaten in der Osthälfte der USA liegt sie bei 70 mph (113 km/h) und in der Mehrheit der Staaten in der Westhälfte bei 75 mph (121 km/h). In Kalifornien und Washington State liegt sie allerdings auch bei 70 mph, in Alaska sogar bei nur 65 mph (105 km/h). Auf einigen Streckenabschnitten in Idaho, South Dakota, Utah und Wyoming sind 80 mph (129 km/h) erlaubt. In Texas wird die Höchstgeschwindigkeit durch die einzelnen Verwaltungsbezirke festgelegt und liegt zwischen 65 und 85 mph (137 km/h).

Wer gern schnell(er) fährt, ist im Westen der USA (mit Ausnahme der Westküste) besser aufgehoben:

Informationen zur Höchstgeschwindigkeit in den einzelnen Bundesstaaten und zu den Strafgebühren gibt es auf Wikipedia.

Hier noch einige Hinweise aus meinem Buch Fettnäpfchenführer USA:

Polizisten, die es auf Geschwindigkeitssünder abgesehen haben, parken ihre Autos oft so, dass sie als Polizeiautos nur schlecht erkennbar sind, zum Beispiel entgegen der Fahrtrichtung, etwas versteckt am Straßenrand oder auf dem Mittelstreifen von Autobahnen. Oft sieht man sie dann zu spät und hat keine Zeit mehr zum Bremsen. Die örtlichen Polizeiabteilungen wissen genau, welche Stellen im Gelände sich zu diesem Zweck optisch am besten ausnutzen lassen. Besondere Vorsicht ist auch beim Einfahren in kleine Ortschaften geboten, da sich das Geschwindigkeitslimit dort oft drastisch und abrupt verringert.

Einheimische Autofahrer kennen diese Geschwindigkeitsfallen. Durchreisende Autofahrer handeln sich deshalb am ehesten Strafzettel ein. Passen Sie auch auf, wenn Sie auf einer Autobahn über eine Anhöhe fahren, da die Polizei oft dahinter wartet. Besonders nachts halten die Polizisten mit Vorliebe Verkehrssünder aller Art an, um sich die meist langweiligen Stunden etwas interessanter zu gestalten. Zudem sind die Strafgebühren eine wichtige Einnahmequelle der örtlichen Polizeiabteilungen, es wird also von den Polizisten erwartet, dass sie eine mehr oder weniger bestimmte Anzahl an Verkehrssündern stellen. An einigen Orten scheint die Polizei besonders am Monatsende sehr aktiv zu sein, möglicherweise, weil die Einnahmequote noch nicht erfüllt wurde. Das wird von der Polizei natürlich bestritten, aber ihr Verhalten lässt oft nur diese Schlussfolgerung zu.

Erschwerend für durchreisende Autofahrer kommt hinzu, dass die Polizeiautos überall anders aussehen und man daher nie so richtig weiß, wonach man eigentlich Ausschau halten soll. Mal sind die Polizeifahrzeuge schwarz, mal sind sie weiß. Einige haben Lichter auf dem Dach, andere nicht. Die meisten Polizeiabteilungen haben PKW, manche aber auch Geländewagen. In der Regel ist natürlich in großen Buchstaben die Aufschrift »Police« an beiden Seiten des Polizeiautos angebracht, allerdings ist das nur schwer oder gar nicht zu sehen, wenn das Fahrzeug in Fahrtrichtung am Straßenrand steht.

Wer von der Polizei angehalten wird, sollte auf keinen Fall unaufgefordert aussteigen. Da der Polizist nicht weiß, was Sie vorhaben, wird er in der Regel zur eigenen Sicherheit drakonisch reagieren, das heißt, er wird die Waffe ziehen oder Ihnen Handschellen anlegen. Ruhe und Besonnenheit ist also oberstes Gebot. Lassen Sie, wie schon gesagt, die Hände am Lenkrad, bis der Polizist Sie auffordert, Ihre Papiere auszuhändigen. Der Beifahrer sollte die Hände ruhig im Schoß liegen lassen und auf keinen Fall nach dem Handschuhfach, unter den Sitz oder in eine Tasche greifen. Sollte es mehr als zwei Insassen im Auto geben, wird der Polizist in der Regel Verstärkung anfordern, die dann die anderen Passagiere im Auge behält. Es kann also sein, dass ein Polizeiauto einige Minuten hinter Ihnen stehen wird, ohne dass der Polizist aussteigt. In diesem Fall hilft nur: abwarten.

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Freitag, 3. April 2015

Welches Auswandern-USA-Forum ist empfehlenswert?

Zum Thema Auswandern in die USA gibt es eine Reihe von Foren, in denen sich Leute, die bereits in den USA leben, und Leute, die noch vorhaben, auszuwandern bzw. längere Zeit in Amerika zu arbeiten, austauschen. Dazu gehören:

USA-Auswandererforum.com - Dieses Forum beschäftigt sich in erster Linie mit dem Auswandern in die USA, wie man das macht, wie man eine Arbeit findet oder eine Firma gründet. Themenbereiche wie Studium, Schulbesuch, Au-Pair und Reisen kommen ergänzend hinzu.

Amerika-Forum.de ist ein lebendiges Forum zu den Themen Reisen und Auswandern in die USA und Kanada. Allein im Themenbereich Auswandern USA gibt es mehrere Hunderttausend Beiträge.

Germanicans.com - Ein Forum für Deutsche, die in den USA leben bzw. hier leben wollen. Früher war in diesem Auswanderer-Forum mehr los, in letzter Zeit scheint dort jedoch die Diskussion etwas eingeschlafen zu sein. Neue Mitglieder würden das Forum sicher ein wenig beleben. Man kann dort aber auch in den alten Diskussionen stöbern und die eine oder andere gute Information herausfischen.

Tipp: Falls ihr vorhabt, euch an einem bestimmten Ort niederzulassen, würde ich in diesen Foren nach Leuten suchen, die bereits dort leben und deren Ortskenntnis nutzen, z.B. wenn um das Mieten einer Wohnung geht.

Welche Foren zum Thema Leben und Arbeiten in den USA könnt ihr empfehlen?

Jetzt für einen Garten anmelden

Diesen Hinweis gebe ich jedes Jahr und da an vielen Orten die Gartensaison am 1. Mai beginnt, ist es jetzt wieder an der Zeit dafür:

Wer in den USA keinen Garten hinterm Haus hat bzw. in einer Wohnung lebt, kann vielerorts gegen eine relativ geringe Gebühr in einem Community Garden Gemüse, Blumen und Kräuter anbauen. Dadurch spart man Geld für Lebensmittel, zaubert frisches Gemüse auf den Tisch und lernt neue Leute kennen.

In den meisten Gemeinschaftsgärten kann man das Land nur vom Frühling bis zum Herbst nutzen. Dann wird der Boden umgepflügt und im nächsten Jahr neu verteilt. Da es oft Wartelisten gibt, sollte man sich schon jetzt für ein Gartenstück (garden plot) anmelden. Ein Verzeichnis vieler Gemeinschaftsgärten gibt auf CommunityGarden.org.

Mittwoch, 18. März 2015

Wohnung mieten in den USA – 10 Dinge, die man unbedingt beachten sollte

In meinem Buch "Alltag in Amerika. Leben und Arbeiten in den USA" gibt es ein ausführliches Kapitel zum Thema Wohnungssuche und Wohnung mieten in den USA. Trotzdem möchte ich hier einmal einige wichtige Dinge zusammenfassen. (Falls euch einige dieser Tipps selbstverständlich vorkommen, denkt bitte daran, dass jeder Leser einen anderen Erfahrungsschatz hat. Falls ihr Tipps hinzufügen möchtet, schreibt bitte einen Kommentar.)

Wohnung mieten USA1. Das Internet ist ein hervorragender Startpunkt in Sachen Wohnungssuche. Auf Apartments.com findet man Wohnungen in Apartmentkomplexen und auf Craigslist.org privat vermietete Wohnungen.

2. Wenn man eine Wohnung in einem Apartmentkomplex mieten möchte, wird normalerweise die Credit History überprüft. Private Vermieter machen das zwar auch oft, lassen aber in der Regel eher mit sich reden, falls man noch keine Credit History hat, was bei den meisten Leuten, die erstmals in die USA umziehen der Fall ist. Der Nachweis einer Arbeit und eines gewissen Einkommens, eine höhere Kaution (security deposit) oder die rechtlich verbindliche Bürgschaft durch amerikanische Verwandte oder Freunde können unter Umständen Abhilfe schaffen.

3. Wer in einem Apartmentkomplex mieten möchte, sollte sich vorab einmal auf Apartmentratings.com und ähnlichen Websites informieren, ob es Beschwerden von Mietern gibt.

4. Die Kriminalitätsrate in dem jeweiligen Stadtteil kann man auf Neighborhoodscout.com herausfinden.

5. Mietvertrag USAMietverträge werden in der Regel für ein Jahr abgeschlossen. Zieht man eher aus, ist man rechtlich verpflichtet bis zum Ablauf des Vertrages die Miete zu zahlen. Auf einen kürzeren Zeitraum oder sogar eine month-to-month lease lassen sich nur wenige Vermieter ein.

6. Wer seine Miete nicht zahlt, wird relativ schnell auf die Straße gesetzt, nicht selten unter Aufsicht der Polizei. Auch bei Mängeln an der Wohnung sollte man seine Miete immer in voller Höhe und pünktlich zahlen. Im Vergleich zu Deutschland haben Mieter in den USA nur wenige Rechte.

7. Man sollte sich vorab genau erkundigen, welche Haustiere erlaubt sind. Bei Hunden gibt es oft Einschränkungen, was die Rassen betrifft.

8. Beim Einzug bekommt man normalerweise eine Checkliste, in die man alle Mängel eintragen muss. Das sollte man gründlich erledigen und auf die Behebung aller Mängel bestehen.

9. Sollte sich der Vermieter weigern, erhebliche Mängel zu beheben, kann man den Housing Inspector der jeweiligen Stadtverwaltung kontaktieren. (Man kann dort auch eine Broschüre mit dem Housing Code der Stadt bekommen, der die Verpflichtungen der Vermieter darlegt.)

10. Anders als in Deutschland werden Ruhezeiten in den USA kaum beachtet. Man sollte in dieser Hinsicht sehr tolerant sein. Falls es erhebliche Störungen gibt, kann man die Polizei rufen. Allerdings sollte man sich vorher in der Noise Ordinance der Stadt informieren, welche Regelungen es gibt.

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Samstag, 14. März 2015

Urgent Care - Was ist das?

Während man beim normalen Arzt, selbst bei Krankheit, telefonisch einen Termin vereinbaren muss, kann man bei einer Urgent Care ohne Voranmeldung erscheinen. Die durchschnittliche Wartezeit ist 30 Minuten, was ein entscheidender Vorteil gegenüber der Notaufnahme (emergency room, kurz: ER) ist, wo man oft stundenlang warten muss, wenn man sich nicht in einem lebensbedrohlichen Zustand befindet.

Urgent Care-Einrichtungen sind jeden Tag, also auch am Wochenende geöffnet, in der Regel von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends.

Da nur der Leiter der Einrichtung ein Arzt sein muss, wird die Behandlung meistens von einem physician assistant, der in der Qualifizierung zwischen Arzt und Krankenpfleger (nurse) steht, durchgeführt. Behandelt werden u.a. einfache Brüche, Schnittwunden, Blasenbeschwerden und Erkältungen.

Werden die medizinischen Möglichkeiten der Urgent Care überschritten, schickt man den Patienten zur Notaufnahme eines Krankenhauses.

In den USA gibt es derzeit rund 10.000 Urgent Care-Einrichtungen, Tendenz steigend.

Freitag, 6. März 2015

Amerikanische Redewendungen - Teil 17: "when the rubber meets the road"

Diese Redewendung kann man auch mit where statt when und hits statt meets hören und bezieht sich natürlich auf Fahrzeugreifen, die auf den Straßenbelag treffen (wörtlich: "wenn das Gummi auf die Straße trifft").

Die Reifenfirma Firestone verwendete in den 1960er und 1970er Jahren den Slogan "Where the rubber meets the road" und machte damit diese Variante der Redewendung populär.

When the rubber meets the road drückt aus, dass die Zeit des Redens und der Theorie vorbei ist und die Stunde der Wahrheit gekommen ist.

Beispiel: Friday is when the rubber meets the road. This game is going to be a litmus test. (Am Freitag schlägt die Stunde der Wahrheit. Dieses Spiel wird zur Nagelprobe.)

Buchtipp: Bessersprecher Englisch (US): 150 Redewendungen für ein ausdrucksstarkes Englisch

Samstag, 28. Februar 2015

Öffentliche Bibliotheken in den USA

Boston Public Library
In den USA gibt es mehr als 9.000 öffentliche Bibliotheken (public libraries) mit insgesamt mehr als 136.000 Mitarbeitern und 170 Millionen registrierten Lesern. Der Betrieb der Bibliotheken kostet mehr als 10 Milliarden Dollar pro Jahr. Über 84 Prozent dieser Kosten werden von den Städten und Landkreisen aufgebracht, deren Haushalte sich in erster Linie durch die Besteuerung von Immobilien finanzieren. Spenden machen 8 Prozent aus und Zuschüsse der Bundesstaaten 7 Prozent.

Fort Worth Public Library
Öffentliche Bibliotheken ermöglichen insbesondere ärmeren Leuten den kostenlosen Zugang zu Informationen. In den public libraries der USA gibt es insgesamt rund 300.000 Computer mit Internet-Anschluss. Selbst kleinere Bibliotheken haben oft zwei Dutzend Internet-Computer. Neben zahlreichen Veranstaltungen für Kinder bieten viele Bibliotheken auch Kurse für Erwachsene, u.a. zu Themen wie Arbeitssuche und Bewerbung sowie Englisch als Fremdsprache. Bibliothekare helfen nicht selten beim Ausfüllen und Ausdrucken von Bewerbungen.

Bücherbus Ypsilanti (Michigan)
Öffentliche Bibliotheken in Großstädten und Ballungsgebieten haben oft auch zahlreiche fremdsprachige Bücher und Zeitschriften im Bestand. In der Bibliothek in Ypsilanti (Michigan), wo ich meine Auswanderer-Romane geschrieben habe, gibt es u.a. Bücher auf Spanisch, Deutsch, Russisch und Chinesisch. Bibliotheken mit einem ländlichen Einzugsgebiet verfügen in der Regel über eine Fahrbücherei.

Diese Grafik zeigt die Bibliotheksdichte in verschiedenen Regionen der USA:


Donnerstag, 26. Februar 2015

Amerikanische Redewendungen - Teil 16: "get ducks in a row"

Bevor man ein Projekt oder einen Konkurrenten angeht, sollte man sich diesbezüglich gut in Stellung bringen und organisatorisch alles auf die Reihe kriegen. Die Amerikaner gebrauchen dafür gern die Redewendung get ducks in a row. In den Medien ist sie zum ersten Mal Anfang der 1930er Jahre aufgetaucht. Für ihre Herkunft gibt es mehrere Theorien.

Es liegt natürlich nahe, an Enten zu denken, die ihren Nachwuchs dazu anhalten, in einer Linie hinter ihnen her zu schwimmen bzw. zu gehen, um einen besseren Überblick zu behalten. Gegen diese Theorie spricht aber, dass kleine Enten nicht als ducks sondern als ducklings bezeichnet werden. Allerdings könnte die Redewendung daher kommen, dass Enten in Formation fliegen.

Andere Theorien beziehen sich auf Rummelplatzspiele, wo entenförmige Schießscheiben nacheinander aufgereiht wurden und von einem Transportband bewegt an den Schützen vorüberzogen, oder wo Gummienten, auf denen ein Gewinn auf der Unterseite stand, in einem Becken aufgereiht wurden.

Die beliebteste Theorie besagt jedoch, dass diese Redewendung aus dem Bowling stammt. Die Kegel waren früher kürzer und dicker und wurden ducks genannt. Da sie systematisch aufgestellt wurden, leitete sich daraus möglicherweise get ducks in a row ab.

Beispiel:

The presidential campaign season is just around the corner, and candidates on both sides are getting their ducks in a row to vie for the White House. (Der Präsidentschaftswahlkampf steht vor der Tür und Kandidaten von beiden Seiten bringen sich in Stellung, um für das Weiße Haus zu konkurrieren.)

Buchtipp: Bessersprecher Englisch (US): 150 Redewendungen für ein ausdrucksstarkes Englisch

Donnerstag, 5. Februar 2015

Tipps für Zugreisen in den USA

Mit dem Zug durch die USA zu reisen, ist insgesamt umständlicher als das Zug fahren in Europa.

Damit sind allerdings nicht die Regionalzüge gemeint, die in verschiedenen Ballungsgebieten die jeweilige Großstadt mit wichtigen umliegenden Orten zum Zwecke des Berufsverkehrs verbinden und an deren Bahnhöfen sich nicht selten kostenlose Parkplätze befinden. Diese Züge zu benutzen, ist relativ unkompliziert. Hier soll es vielmehr um die für den Fernverkehr zuständige staatliche Bahngesellschaft Amtrak gehen. Diese fährt leider nur auf relativ wenigen Strecken und ihre Züge haben oft Verspätung.

Hier einige Tipps zum Thema Zugreisen in den USA, die auf Erfahrungen beruhen, die ich über die Jahre gemacht habe:

1. Zugfahrkarten sollten weit im Voraus gekauft werden, denn jeder Zug nimmt nur so viele Passagiere mit, wie Sitzplätze vorhanden sind. Je eher man das macht, desto preiswerter werden die Fahrkarten zudem sein.

2. Auf größeren Bahnhöfen muss man wie beim Fliegen in einem Wartebereich bleiben und vor Betreten des Bahnsteiges die Fahrkarte vorzeigen. Die Bahnsteige haben oft den Charakter einer Fabrikhalle aus dem 19. Jahrhundert.

Zug fahren in den USA3. Man sollte die Anweisungen zum Ein- und Aussteigen beachten, da das oft nur an bestimmten Türen erfolgen darf. Die Türen dürfen auch nur vom Personal geöffnet werden.

4. Die Züge sind bequem und sauber, jedoch oft zu kalt. Man sollte unbedingt einen Pullover, eine Jacke oder eine Decke dabei haben.

5. Da sich die Eisenbahnstrecken in der Regel im Besitz privater Eisenbahngesellschaften befinden, haben Güterzüge oft Vorfahrt und es kommt nicht selten zu Verspätungen im Personenverkehr.

Wenn man viel Geduld mitbringt, kann das Zug fahren in den USA aber viel Spaß machen. Man fährt durch Landschaften, die man im Auto oder Flugzeug nicht gesehen hätte. Viele Züge haben einen Aussichtswagen, der einen Panoramablick ermöglicht. Auch wird man oft Amischen begegnen, denn die reisen gerne mit dem Zug.

Die Amtrak-Website gibt es übrigens auch in einer deutschen Version. Und bei diesem Werbespot bekommt man Lust, mit dem Zug durch die USA zu reisen:



Das Thema Zugreisen in den USA wird auch ausführlich in diesem Buch behandelt:

Fettnäpfchenführer USA: Mittendurch und Drumherum

"Das Buch ist rundum gelungen. Unterhaltsam und informativ." Zeitzonen.de

"Ein wertvoller Ratgeber für alle USA Ersttäter." USA-Reise.de

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Welche Erfahrungen und Tipps zum Zug fahren in den USA habt ihr?

Freitag, 30. Januar 2015

Vorfahrt leicht gemacht: 4-Way Stop

Um Autofahrern das Nachdenken über Vorfahrtregeln zu ersparen, haben die Amerikaner in den späten 1940er Jahren den 4-Way stop eingeführt.

An den Kreuzungen vieler Nebenstraßen müssen Autofahrer seither nicht mehr grübeln, wer Vorfahrt hat: Wenn es am Stopp-Schild den Zusatz 4-Way (bzw. All Way oder 3-Way) gibt, kann derjenige, der zuerst an der Kreuzung angehalten hat, auch als Erster wieder losfahren. Ein wenig problematisch wird es allerdings, wenn dort zwei oder sogar drei Autos gleichzeitig zum Stillstand kommen, denn dann hat auch in Amerika derjenige Vorfahrt, der sich am weitesten rechts befindet. Die meisten Amerikaner scheinen das jedoch entweder nicht zu wissen, finden es zu verwirrend oder sogar unhöflich, und verständigen sich deshalb oft per Handzeichen darüber, wer zuerst darf.

Verkehrsplaner warnten bereits in den 1950er Jahren vor zu vielen 4-Way stops, da diese zu Überdruss und Nichtbeachtung führen würden. Tatsächlich kann man oft rolling stops beobachten, wenn nämlich Autofahrer des häufigen Anhaltens Leid sind und daher nicht mehr vollständig zum Stehen kommen. Aber auch das Gegenteil geschieht hin und wieder: Manche Fahrer halten an, wo es gar keinen 4-Way stop gibt und sorgen so mitunter für ärgerliche Situationen.

Vorsicht ist ferner angebracht, sollte eine Nebenstraße eine Hauptstraße kreuzen und auf der Nebenstraße Autos aus beiden Richtungen kommen. Nicht wenige Amerikaner denken nun, dass auch hier, trotz der einfachen Stopp-Schilder, derjenige Vorfahrt hat, der zuerst da war. Das kann gefährlich werden, falls einer geradeaus fahren und der andere links abwiegen will. Im amerikanischen Straßenverkehr sollte man sich also nicht unbedingt auf sein Recht verlassen, sondern vielmehr darauf gefasst sein, dass andere Verkehrsteilnehmer ahnungslos bzw. unaufmerksam sind.

Zum Weiterlesen: Verkehrsregeln in den USA

Donnerstag, 29. Januar 2015

Deutsche Zeitungen in den USA

In den USA gab es Ende des 19. Jahrhunderts Hunderte deutschsprachige Zeitungen. Hier ist eine Liste der deutschen Zeitungen in den USA aus dem Jahr 1882, veröffentlicht in Geo. P. Rowell and Co.'s American Newspaper Directory:
Heute gibt es nur noch eine Handvoll deutsche Zeitungen in den USA:
- Amerika Woche
- California Staats-Zeitung
- Das Fenster
- Neue Presse
- Nordamerikanische Wochenpost
Tipp: In meinen Auswanderer-Krimis, die zu genau dieser Zeit handeln, spielen deutsche Zeitungen in Amerika eine wichtige Rolle.


Mittwoch, 28. Januar 2015

Amerikanische Redewendungen - Teil 15: "hear through the grapevine"

Im amerikanischen Bürgerkrieg wurde bereits der Telegraph genutzt, die Sklaven jedoch gaben Informationen mündlich untereinander weiter und diese Art der Übermittelung wurde grapevine telegraph genannt, da sich die Nachrichten wie über Ranken (grapevine = Weinranke) verbreiteten.

Die Redewendung hear (something) through the grapevine wird seitdem gebraucht, um auszudrücken, dass man etwas über Umwege erfahren hat.

Beispiel: I heard through the grapevine that Brian is looking for a new job. (Mir ist zu Ohren gekommen, dass Brian auf der Suche nach einer neuen Arbeit ist.)

Barrett Strong und Norman Whitfield schrieben 1966 den Song "I Heard It Through the Grapevine" für Motown Records. Marvin Gaye hatte Ende 1968 einen Riesenhit damit.

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Montag, 26. Januar 2015

Amerikanische Redewendungen - Teil 14: "from rags to riches"

Die Redewendung „vom Tellerwäscher zum Millionär“ wird oft mit den USA in Verbindung gebracht, jedoch kennen die Amerikaner diese Redewendung so nicht. Bei ihnen heißt es from rags to riches („von Lumpen zu Reichtümern“), ein Konzept, das tief in ihrer Seele verankert ist. Rund 80 Prozent der Amerikaner glauben nämlich an die Möglichkeit, durch harte Arbeit reich zu werden. Laut einer Studie mit dem Titel Understanding Mobility in America des Ökonomen Tom Hertz aus dem Jahr 2006 liegen die Chancen jedoch bei nur einem Prozent. Die Chancen, es vom „vom Tellerwäscher zum Millionär“ zu schaffen, sind also 1:100. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel und nähren medienwirksam sowie volksberuhigend die Hoffnung.

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Montag, 5. Januar 2015

Warum heißt das &-Zeichen auf Englisch "ampersand"?

Das &-Zeichen, das seinen Ursprung im lateinischen Wort et (und) hat, wurde in der Spätantike aus den Buchstaben e und t geformt. (In einigen Schriftarten lassen sich beim &-Zeichen auch heute noch die beiden Buchstaben mehr oder weniger deutlich erkennen.)

Anfang des 19. Jahrhunderts war das and-Zeichen der letzte Buchstabe im englischen Alphabet. Wenn es von Schulkindern aufgesagt wurde, endeten sie mit "X, Y, Z and per se and", also „X, Y, Z und und an sich“. (Das per se wurde damals allen Buchstaben vorgesetzt, die auch Wörter sein konnten, z.B. per se I.) Da die Kinder das Alphabet sehr schnell aufsagten, hörte sich das "and per se and" wie "ampersand" an. Ab 1837 wurde dieser Begriff dann offiziell in die englischen Wörterbücher aufgenommen.

Buchtipp:

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Freitag, 2. Januar 2015

Selfie mit Tiger verboten - Neue Gesetze in den USA

2015 treten in vielen US-Bundesstaaten neue Gesetze in Kraft. Hier ist eine Auswahl:

Der gesetzliche Mindestlohn wird 21 Staaten und 5 Städten erhöht. Washington State ist der Bundesstaat mit dem höchsten Mindestlohn ($9.47), bei den Städten liegt San Francisco ($11.05) vorn.

In Kalifornien müssen ab jetzt alle Hühner, die Eier produzieren, in der Lage sein, aufzustehen, sich hinzulegen, sich umzudrehen und die Flügel auszustrecken. Plastiktüten in Supermärkten werden ab Juli weitgehend verboten sein. Illegale Einwanderer können jetzt eine Fahrerlaubnis bekommen.

In New York müssen elektronische Geräte ab jetzt zum Recycling. Außerdem sind Selfies mit Raubkatzen (Tiger, Löwen, etc.) ab Februar verboten. Offenbar hatten diese Fotos auf Dating-Websites Überhand genommen.

In Florida müssen alle Kinder im Alter von 4 und 5 Jahren im Auto in einem Kindersitz oder auf einer Sitzerhöhung sitzen.

In Indiana müssen Motor Scooter jetzt ein Nummernschild haben.

In Massachusetts sind ab jetzt die Clips erlaubt, die das Loslassen des Zapfhahns an der Tankstelle ermöglichen.

Weitere neue Gesetze gibt es hier: New Laws For 2015 OK Wine Shipments, Ban Tiger Selfies, Crack Down On Meth