Freitag, 2. Dezember 2016

Crazy Horse Memorial

Die Black Hills in South Dakota sind einer der schönsten Orte in den USA, die ich in den letzten 20 Jahren besucht habe. Dort gibt es nicht nur die in den Fels gehauenen Präsidentenköpfen von Mount Rushmore, die Büffel im Custer State Park und die Goldgräberstadt Deadwood, sondern auch das Crazy Horse Memorial.

Seit beinahe siebzig Jahren arbeitet die Familie Ziolkowski daran, einen Berg in den Black Hills in die größte Skulptur der Welt zu transformieren. Das Denkmal für Lakota Häuptling Crazy Horse wird achtmal so hoch sein wie die Sphinx in Ägypten.

Crazy Horse wurde zum Symbol indianischen Widerstands nachdem er 1876 die Truppen von General George Armstrong Custer in der Schlacht am Little Big Horn vernichtend schlug. Nur ein Jahr später wurde Crazy Horse in Gefangenschaft erstochen.

Am 3. Juni 1948 begann Bildhauer Korczak Ziolkowski, der sich kurz "Korczak" nannte, im Beisein von fünf indianischen Überlebenden der Schlacht am Little Big Horn mit einer ersten Sprengung die Arbeiten an der Skulptur, die Crazy Horse auf einem Pferd reitend und den Arm über die Black Hills ausstreckend darstellt.

Bis zu seinem Tod im Jahre 1982 trug Korczak Tausende Tonnen Gestein ab und baute Straßen und Gebäude auf dem umliegenden Gelände. Seine Arbeit wird heute von seiner Familie fortgesetzt. Ein Ende ist nicht absehbar, bis jetzt ist lediglich das Gesicht fertiggestellt.

Bildquelle: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Das gesamte Projekt wird durch Spenden und Eintrittsgelder finanziert. Eine Million Menschen kommen jährlich, viele davon zum wiederholten Mal, um den Fortschritt der Arbeiten zu sehen. Staatliche Hilfe haben die Ziolkowskis abgelehnt, um ihre Unabhängigkeit zu wahren. Nach der Fertigstellung sollen alle Einnahmen den amerikanischen Ureinwohnern zukommen.

Das nur siebzehn Meilen von den vier Präsidentenköpfen am Mount Rushmore entfernte Crazy Horse Memorial soll der Welt zeigen, dass "auch der rote Mann Helden hat." So war es der Wunsch von Häuptling Henry Standing Bear, als er Korczak mit der Errichtung des Denkmals beauftragte.

Donnerstag, 17. November 2016

Die dritte Küste der USA

Neben der East Coast und der West Coast haben die USA noch eine weitere Küste.

Die 5.292 Kilometer messende Küste Michigans inmitten der Großen Seen wird umgangssprachlich Third Coast genannt. Michigan hat die längste Küste aller Bundesstaaten, die als lower 48 states bezeichnet werden, d.h. alle Staaten außer Alaska und Hawaii.

Aber auch die Küste der Bundesstaaten, die am Golf von Mexiko liegen, wird mitunter als Third Coast bezeichnet.

Geschäfte und Unternehmen nutzen diese Bezeichnung mitunter in Firmen- oder Produktnamen, wie z.B. Third Coast Beer aus Michigan und Third Coast Coffee aus Texas.

Der Begriff wurde in den letzten zehn Jahren von Medien und Geschäftsleuten aufgegriffen, um die Bezeichnung rust belt (Rostgürtel) zu verdrängen, die in den 1980er Jahren aufgrund der vielen stillgelegten Industrieanlagen aufgekommen war.

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Deutsche Auswanderer in den USA im 19. Jahrhundert

Rund 46 Millionen Einwohner der USA sind Nachfahren deutscher Auswanderer. Das 19.Jahrhundert stellt mit 8 Millionen Menschen den Höhepunkt der deutschen Auswanderung in die USA dar, insbesondere was die zweiten Hälfte des Jahrhunderts betrifft:

1820–1840: 160.335
1841–1850: 434.626
1851–1860: 951.667
1861–1870: 787.468
1871–1880: 718.182
1881–1890: 1.452.970
1891–1900: 505.152

New York war um 1890 mit 210.000 in Deutschland geborenen Einwohnern nach Berlin, München, Hamburg und Köln theoretisch die fünftgrößte deutsche Stadt.

Auch einige Städte im Mittleren Westen hatten Ende des 19. Jahrhunderts einen sehr hohen Prozentsatz deutschstämmiger oder aus Deutschland eingewanderter Bewohner: Detroit (Michigan) 41%, St. Louis (Missouri) 45%, Cincinnati (Ohio) 54%, Davenport (Iowa) 62% und Milwaukee (Wisconsin) 70%.

Deutsche Bauern besiedelten weite Landstriche, insbesondere in der neu besiedelten Prärie in Nebraska, Kansas, North und South Dakota. Um 1900 waren rund 40% der landwirtschaftlichen Nutzfläche der USA im Besitz von deutschen Auswanderern bzw. deren Kindern.

Viele deutsche Arbeiter, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in die USA auswanderten, waren Sozialisten und bestimmten ganz wesentlich die Gewerkschaften und den Arbeitskampf während der Industrialisierung der Vereinigten Staaten.

Deutsche Auswanderer kamen aber nicht nur aus Deutschland. Ungefähr 100.000 Russlanddeutsche wanderten bis 1900 ebenfalls in die USA ein, hauptsächlich nach North und South Dakota, Kansas und Nebraska sowie Chicago. Die Zahl ihrer Nachkommen beträgt heute ca. 1 Million.

Falls ihr euch für deutsche Auswanderer in den USA im 19. Jahrhundert interessiert, möchte ich euch meine Auswanderer-Romane "Hoffnung ist ein weites Feld" und "Man erntet, was man sät" ans Herz legen.

Auswanderer-Romane Pressestimmen:

"Hoffnung ist ein weites Feld" ist der gelungene Start einer Romanreihe, die das Leben der Familie Sievers von 1881 bis in die vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts zum Thema haben soll." (Histo-Couch.de)

"Ein spannendes Buch, in dem historische Fakten gekonnt ins Krimi-Genre eingebettet werden." (DAS MAGAZIN)

Dienstag, 18. Oktober 2016

Tailgating - Grillparty auf dem Parkplatz

Schon Stunden vor jedem College Football-Spiel treffen sich Freunde und Bekannte in kleinen und großen Gruppen auf dem Parkplatz und feiern. Da wird selbst an kalten Tagen hinter dem Auto gegrillt, Bier getrunken und ein Football hin und her geworfen.

Ein tailgate ist die Ladeflächenklappe beim pickup truck, auf der sich ganz praktisch das Bier oder das Gegrillte abstellen lässt und um die man in der Regel herumsteht, daher also der Begriff tailgating.

Trotz des reichlichen Alkoholgenusses und der Rivalität zwischen den Universitäten läuft alles sehr friedlich ab. Die Fans beider Teams feiern friedlich Seite an Seite auf dem Parkplatz und necken sich höchstens mal ein wenig.

Manche Spiele haben bis zu 100.000 Zuschauer, die fast alle mit dem Auto kommen. Dementsprechend groß sind die Parkplätze. Auch nahegelegene Golfplätze, Grünanlagen und Schulgelände werden genutzt. Nahe am Stadion kostet das Parken dann schon mal 40 Dollar pro Fahrzeug. Das ist natürlich eine nette Einnahmequelle für die Besitzer der jeweiligen Gelände. Auch Kirchen und Privatpersonen lassen Fahrzeuge auf ihren Grundstücken parken und verdienen so einige Dollar hinzu.

Die Absolventen der amerikanischen Universitäten zeigen oft eine lebenslange Verbundenheit mit ihrer Alma Mater. Für viele bedeutet das neben regelmäßigen Geldspenden auch den Besuch der Football-Spiele, Aufkleber mit dem Universitätslogo am Fahrzeug und Freizeitbekleidung in den Farben der Uni. Im Geschäftsleben sind die Ergebnisse der Football-Spiele oft ein beliebtes Small Talk-Thema zu Beginn von Meetings.

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Halloween-Tipp: Haunted Houses

In den Wochen vor Halloween laden haunted houses (Spukhäuser) überall in den USA dazu ein, sich einmal so richtig zu fürchten.

Im Prinzip sind haunted houses Gespensterbahnen, durch die man zu Fuß durch muss. Nur viel größer und mit technischen Tricks und Illusionen, die mitunter an Hollywood erinnern. Einige haunted houses sind auf Farmen zu finden und eher für Kinder gedacht, andere befinden sich in großen stillgelegten Gebäuden und lehren selbst Erwachsenen das Fürchten.

Erebus in Pontiac (Michigan) befindet sich z.B. in einem alten vierstöckigen Parkhaus und es dauert rund 45 Minuten bis man, schweißgebadet und mit klopfendem Herzen, wieder ans Freie gelangt. Der Rundgang ist wie ein Horrorfilm inszeniert und führt durch enge, dunkle Gänge und Treppenhäuser, stillgelegte Fahrstühle und Rampen. Hinter jeder Ecke lauern Gefahren: Technische Effekte und Schauspieler, die als Zombies oder andere finstere Gestalten verkleidet sind, erschrecken die Besucher, die maximal zu viert unterwegs sind. Illusionen durch geschickt angebrachte Spiegel und Nebelmaschinen tragen zur gefahrvollen Atmosphäre bei. An einer Stelle wird man sogar lebendig begraben.

Wenn ihr einmal im Oktober in den USA seid, solltet ihr euch diesen Spaß nicht entgehen lassen.

Montag, 10. Oktober 2016

Warum es so lange dauert mit dem dritten Auswanderer-Krimi


Am Ende von „Man erntet, was man sät“ steht dieser Satz: „Der dritte Teil des Auswanderer-Krimis erscheint Anfang Dezember 2014.“ Nun haben wir aber schon Oktober 2016 und das Buch ist immer noch nicht da. Woran liegt das?

Da ist zunächst das Thema: Statt weiter über das Leben der Siedler im Dakota-Gebiet zu schreiben, entschied ich mich, einen thematischen Abstecher nach Chicago zu machen, um über die deutschen Einwanderer zu schreiben, die sich dort in den 1880er Jahren an die Spitze der Arbeiterbewegung gesetzt hatten. Das passt hervorragend in die zeitliche Abfolge der Auswanderer-Krimis und da einige Figuren der ersten beiden Teile entweder aus Chicago stammten bzw. Pläne hatten, dorthin zu gehen, auch bestens in die Handlung. Woran ich aber nicht ausreichend gedacht hatte: Ich musste mich in ein neues historisches Thema einlesen, zumal es um ein tatsächliches historisches Ereignis gehen wird, nämlich den ersten Bombenanschlag in der Geschichte der USA. Da viele der handelnden Figuren wirklich gelebt haben, möchte ich diese so akkurat und fair wie möglich darstellen.

Aber: Das Ganze wurde zu einem Fass ohne Boden, ich entdeckte mehr und mehr Bücher, in gedruckter und digitaler Form, die gelesen werden mussten, um dem Thema historisch gerecht zu werden. Das Manuskript ist jetzt zu drei Vierteln fertig und ich lese immer noch jeden Tag in den Quellen, insbesondere die vielen Zeugenaussagen, die vor Gericht gemacht wurden. Da der Fall nie hundertprozentig aufgeklärt wurde, brauche ich so viele Informationen wie möglich, um mir ein eigenes Urteil bilden zu können.

Ein anderer Grund ist finanzieller und zeitlicher Natur, und beides geht Hand in Hand. Als ich die ersten beiden Teile schrieb, hatte ich eine Weile lang eine Teilzeit-Arbeit. Das war aber finanziell nicht durchzuhalten und ich musste mir wieder eine Vollzeit-Stelle suchen. Dadurch habe ich natürlich weniger Zeit zum Schreiben. Zudem hatte ich noch die Idee für ein anderes Buch, und diese Idee lag mir auch am Herzen und wurde vom Verlag zudem begeistert aufgenommen. Das Ergebnis dieser Arbeit ist der Bessersprecher Englisch (US).

Vor einem Jahr bin ich dann nach Chicago umgezogen. Hier kann ich den dritten Teil direkt am Ort der Handlung schreiben, was natürlich eine tolle Sache ist. (Ich bin immer noch dabei, die genauen Orte des Geschehens hier zu erkunden, was bei der Größe der Stadt ebenfalls einige Zeit in Anspruch nimmt.) In dem Haus, das ihr hier sehen könnt, war z.B. zur Zeit der Handlung das deutsche Krankenhaus in Chicago untergebracht und in dem Zimmer rechts neben der Eingangstür wird eine Szene des Buches spielen.

Dass es in den USA kaum Urlaub gibt (ich habe ganze zehn Tage im Jahr) macht das Fertigstellen eines Buches auch nicht gerade einfach. Ich arbeite jeden Tag so gut es geht an dem Buch und es nimmt tatsächlich Gestalt an. Mein Ziel ist eine Veröffentlichung als E-Book im Januar und als Taschenbuch im Februar. (Zum eigentlichen Schreiben kommen ja auch noch das Lektorat und für das Taschenbuch das Layout der Seiten. Der Buchumschlag ist bereits in Arbeit.)

Ich arbeite leidenschaftlich und ohne finanziellen Anreiz an dieser Buchreihe. Die Verkaufszahlen sind sehr bescheiden und rein wirtschaftlich gesehen wäre es mit Sicherheit besser, andere Bücher zu schreiben. Aber da es doch einen kleinen Leserkreis gibt, dem die ersten beiden Bände sehr gut gefallen haben, mache ich weiter. Wie gesagt, keine Vernunftentscheidung, sondern Herzenssache. Deshalb: Vielen Dank für eure Unterstützung und eure Geduld!

Montag, 26. September 2016

Warum schreibe ich über deutsche Siedler in der Prärie?

Das Leben deutscher Einwanderer in den nordamerikanischen Präriestaaten beschäftigt mich seit Mitte der 1990er Jahre. Damals heiratete ich eine Amerikanerin, die in South Dakota geboren war, und wir lebten eine Zeitlang selbst mitten in der Prärie. Allerdings hielten wir die Wetterextreme und die Einsamkeit dort nicht aus und zogen wieder fort.

Ich habe mir seitdem viele Gedanken darüber gemacht, wie sehr die Siedler um 1880 motiviert gewesen sein mussten, um diese Lebensbedingungen auf sich zu nehmen. Die ungewohnt heißen Sommer, die schneereichen und bitterkalten Winter sowie das einsame Leben mitten auf ihren Feldern waren für sie offenbar immer noch besser, als das Leben in Abhängigkeit, dem sie entflohen waren. Die Verlockung eines freien Lebens auf eigenem Land war ohne Zweifel der Antrieb dafür, dass sie sich durch nichts unterkriegen ließen.

Die Großeltern meiner damaligen Frau hatten ihr ganzes Leben in South Dakota verbracht. Die beiden waren um 1910 geboren und hatten direkten Kontakt mit der Zeit, in der "Hoffnung ist ein weites Feld" und "Man erntet, was man sät" handeln. Die Großmutter lebte als Kind in einer aus Grasblöcken gebauten Hütte, so wie die Siedler in meinen Büchern. Der Großvater stammte aus einer deutschen Einwandererfamilie, sein Vater und sein Onkel sprachen untereinander Deutsch. Die plattdeutschen Sätze, an die sich der Großvater noch erinnern konnte, stellten eine lebende Verbindung zu der Zeit der Siedler dar.

Über die Jahre habe ich dann unzählige amerikanische und kanadische Bücher über das Leben der Einwanderer gelesen und Museen zu diesem Thema besucht. Obwohl die Personen und Handlungen meiner Auswanderer-Romane erfunden sind, ist es mir sehr wichtig, den historischen Hintergrund und das Leben der Einwanderer richtig darzustellen.

Die Hauptfiguren der Serie, die Mitglieder der Familie Sievers, sind wie ich aus Mecklenburg nach Amerika ausgewandert. Über die Verhältnisse in Mecklenburg zu jener Zeit habe ich schon als Kind gelesen und ich wusste auch, dass viele Mecklenburger nach Amerika ausgewandert waren. Dass auch Zehntausende Russlanddeutsche ins Dakota-Gebiet gingen und erst Amerikadeutsche und dann Amerikaner bzw. Kanadier wurden, gehörte jedoch zu jenen Dingen, die ich erst im Laufe der Recherche erfuhr und die mich seitdem nicht mehr losgelassen haben.

Auswanderer-RomaneMit den Auswanderer-Krimis möchte ich deshalb nicht nur spannende Unterhaltung bieten, sondern mit euch, liebe Leser, in eine Welt eintauchen, die in der deutschen Literatur bisher kaum Beachtung fand.

Die Geschichte der Amerikaner ist auch unsere Geschichte.

In diesem Sinne wünsche ich euch viel Freude beim Lesen!

Mehr zum Thema: Wie deutsche Siedler in der Prärie gelebt haben

Freitag, 9. September 2016

Grain Elevators: Wolkenkratzer der Prärie

Getreidesilos sind die höchsten Gebäude im ländlichen Amerika. Sie sind nicht nur architektonisch vielfältig, sondern zugleich ein Spiegelbild verschiedener Epochen in der Geschichte amerikanischer Landwirtschaft.

Die hölzernen Grain Elevators, die man in den Präriestaaten der USA und in den Prärieprovinzen Kanadas in beinahe jeder Kleinstadt sieht, entstammen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie stehen fast immer in zentraler Lage und direkt neben den Eisenbahngleisen. Alle sechs bis zehn Meilen konnte man ursprünglich im Meer der Getreidefelder eine Stadt mit Eisenbahnanschluss und Grain Elevator finden. Das war genau jene Entfernung, die die Farmer mit ihren Pferdegespannen schaffen konnten und die zugleich versicherte, dass sich kein konkurrierendes Eisenbahnunternehmen einfand.

Eisenbahnbau, Stadtgründung und Errichtung eines Grain Elevators gingen oft Hand in Hand. Die Silos dienten zum Wiegen und Aufkauf sowie zur Lagerung und Verladung des Getreides. Ein Fahrstuhlmechanismus im Inneren transportierte das Getreide in Lagerkammern, daher der Begriff Grain Elevator (grain=Getreide, elevator=Fahrstuhl). Angetrieben wurde der Mechanismus erst durch Pferde, dann durch Dampfmaschinen, Verbrennungsmotoren und schließlich durch Elektromotoren.

Heutzutage sind viele dieser hölzernen Getreidesilos verlassen und verfallen, ganz so wie viele Farmen. Mit der Mechanisierung im letzten Jahrhundert wurde die Landwirtschaft in zunehmender Weise industrialisiert. Dieser Trend zur Automatisierung setzt sich auch heute fort. Die noch existierenden landwirtschaftlichen Betriebe bewirtschaften immer größer werdende Flächen. Die verfallenen Grain Elevators sind daher zugleich Sinnbild des goldenen Zeitalters der Familienfarm als auch ihres Niedergangs.

Im 20. Jahrhundert ersetzte Beton den Baustoff Holz. Als Lastkraftwagen die Pferdegespanne ablösten, wurden auch die Abstände zwischen den Getreidesilos größer. Nicht nur viele der alten Silos verfielen, oft verschwanden die kleinen Städte mit ihnen.

Viele schöne Fotos von alten Getreidesilos in Nordamerika gibt es hier auf Pinterest.

Falls ich euer Interesse an der ländlichen Geschichte der USA geweckt habe:


Nord-Dakota im Sommer 1881. Tausende deutschsprachige Einwanderer erhalten von der US-Regierung kostenloses Ackerland in der scheinbar endlosen Prärie. Geschäftsleute mit großen Träumen gründen mitten in den frisch besiedelten Landstrichen kleine Städte, die sich innerhalb weniger Jahre zu ländlichen Zentren des Wohlstands entwickeln sollen. Himmelsfeld ist einer dieser Orte. Doch der friedliche Name täuscht. Alte und neue Rechnungen, die es zu begleichen gilt, führen zu Mord und Totschlag.

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